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A$AP Rocky neuer Creative Director

Von der Fliegerbrille zur Fashion-Ikone! Die faszinierende Geschichte von Ray-Ban

Ray-Ban
Die Wayfarer von Ray-Ban in einem modernen Rosa Foto: Getty Images
Redakteurin bei STYLEBOOK

25. Februar 2025, 13:51 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Ray-Ban hat den Rapper A$AP Rocky zum neuen und vor allem ersten Creative Director ernannt. Grund genug, sich die Geschichte der Brillenmarke einmal genauer anzuschauen, denn die reicht bis in die 1920er-Jahre zurück.

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Vergangene Woche ernannte Ray-Ban den Rapper A$AP Rocky zum neuen Creative Director, der ab sofort die kreative Ausrichtung lenken und an Projekten für Ray-Ban-Studio arbeiten wird. In einem Statement heißt es: „Seit fast 80 Jahren prägen wir kulturelle Bewegungen und arbeiten mit den einflussreichsten Künstlerinnen, Künstlern und Kreativen zusammen“, so Leonardo Maria Del Vecchio, Luxottica-Erbe und Vorsitzender der Brillenmarke.

Die Anfänge von Ray-Ban

Die Anfänge von Ray-Ban sind eng mit dem amerikanischen Unternehmen Bausch & Lomb verbunden. Das Unternehmen, spezialisiert auf Augenheilkunde und optische Produkte, wurde von den zwei deutschen Einwanderern Johann Jakob Bausch und Henry C. Lomb im Jahr 1853 in New York gegründet.

In den 1920er-Jahren entwickelte sich der Luftfahrtsektor rasant weiter und Flugzeuge bekamen fortan die Möglichkeit, immer größere Höhen zu erreichen. Das stellte Piloten der US-Army jedoch vor ein vorher nicht dagewesenes Problem: Das Blenden der Sonne verursachte bei ihnen Kopfschmerzen und Übelkeit. So trat die US Air Force an Bausch & Lomb heran und beauftragte eine spezielle Sonnenbrille mit grünen Gläsern, die Reflexionen reduzierten und die Augen schonen sollte. Dieses Modell erhielt den Namen „Aviator“. 1937 wurde Ray-Ban offiziell als Marke registriert.

Wie Ray-Ban zur Kultmarke wurde

Die ersten Jahre lag das Augenmerk von Ray-Ban auf dem Aviator-Modell, welches stetig weiterentwickelt wurde. 1952 entwickelte das Unternehmen das Modell „Wayfarer“, mit trapezförmigen Gläsern und einem markanten Kunststoffgestell. Das Unisex-Modell entwickelte sich schnell zu einem Bestseller, da es durch seine universelle Form, für nahezu alle Kopfformen geeignet war. Popularität gewann die Wayfarer durch damalige Hollywood-Größen wie James Dean oder Audrey Hepburn, die das Modell in den Filmen „… denn sie wissen nicht, was sie tun“ und „Frühstück bei Tiffany“ trugen. Fortan erhielt Ray-Ban immer mehr Einzug in die Popkultur und wurde von zahlreichen Musikern, Schauspielern und Modeikonen getragen.

Ab den 80er-Jahren arbeitete Ray-Ban gezielt mit Produktplatzierungen in Filmen wie „Blues Brothers“, „Top Gun“ oder auch „Reservoir Dogs“, in denen neben der Wayfarer auch die Aviator zum Kultobjekt wurde.

Das Unternehmen kurz vor dem Aus

In den 90er-Jahren, nach vielen erfolgreichen Jahren, gab es einen Umschwung. Aufgrund von schlechten Geschäftsentscheidungen und Marktveränderungen entschied Bausch & Lomb die einstigen Kultobjekte zur Massenware verkommen zu lassen und bot die Sonnenbrillen für teils unter 20 Dollar an Tankstellen an. Das Verramschen führte dazu, dass Ray-Ban immer mehr an Prestige und Markenwert verlor.

Obendrein fingen Luxushäuser wie Gucci oder Prada eigene Sonnenbrillenkollektionen zu produzieren, die mehr und mehr an Bedeutung gewannen und als noch luxuriöser galten, als einst die Brillen von Ray-Ban.

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Wer leitet heute das Brillenunternehmen?

1999 verkaufte Bausch & Lomb die Marke Ray-Ban für ca. 640 Millionen Dollar an das italienische Unternehmen Luxottica, das weltweit führend in der Brillenherstellung ist. Unter Luxottica wurde Ray-Ban weiter ausgebaut und modernisiert und erlebte einen erneuten Aufschwung.

Durch den Verkauf an Luxottica stand lange Zeit der italienische Unternehmer Leonardo Del Vecchio an der Spitze von Ray-Ban. Bis zu seinem Tod im Jahr 2022 galt er als einer der vermögendsten Männer Italiens. Und Ray-Ban gehört auch nach dem Tod von Del Vecchio zu EssilorLuxottica und wird aktuell von Francesco Milleri geleitet. Die Familie Del Vecchio, mit den sechs Kindern von Leonardo Del Vecchio, ist jedoch weiterhin an der Firma beteiligt.

Kritik am Unternehmen

Anfänglich ließ Ray-Ban seine Brillen ausschließlich in Italien produzieren. Nach der Luxottica-Übernahme im Jahr 1999, begann das Unternehmen Teile der Produktion nach China und in andere Länder zu verlagern. Nach wie vor wird ein größerer Teil der Brillen in Italien produziert, zu erkennen am „Made in Italy“ Schriftzug. Der Rest wird in den USA, Brasilien, China, Japan und Indien hergestellt.

Seit dem Produktionswechsel bemängeln einige Kunden die stetig sinkende Qualität, wohingegen der Preis über die Jahre gestiegen ist. Eine Aviator ist für rund 150 Euro zu bekommen, wobei die Herstellungskosten sich laut „Nzz“ auf rund 15 Euro belaufen sollen. Die anhaltende Kritik tut dem Erfolg von Ray-Ban aber keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil, mit der Ernennung von A$AP Rocky als Creative Director wird versucht, neue Wege zu gehen und neue Zielgruppen zu erreichen. In dem Statement von Ray-Ban heißt es: „A$AP Rocky verkörpert unsere Werte perfekt: Innovation, Mut und Pioniergeist. Die Zukunft beginnt jetzt.“

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Vier Modelle, die das Unternehmen prägten

Aviator

Die klassische Fliegerbrille ist das erste Sonnenbrillen-Modell der Marke und bis heute ein Unisex-Klassiker. Das große, tropfenförmige Glasdesign bietet eine perfekte Abdeckung der Augen und sorgt für ein unverwechselbares Aussehen. Die dünne Metallfassung macht sie zudem leicht und elegant.

Wayfarer

Seit ihrer Einführung in den 1950er-Jahren hat sich das kantige, leicht trapezförmige Design kaum verändert. Es passt zu fast jeder Gesichtsform und jedem Stil. Mittlerweile gibt es verschiedene Versionen der Wayfarer, doch an den Klassiker kommt keine heran.

Clubmaster

Die Clubmaster kombiniert Retro-Charme mit modernem Design und ist besonders unter Fashionista beliebt. Ihre markante Kombination aus einer dickeren oberen Rahmenlinie (meist aus Acetat) und einer dünnen Metallfassung darunter macht sie unverwechselbar.

Round-Metall

Die Round ist eine ikonische Sonnenbrille, die besonders für ihren Vintage-Charme und ihre stilvolle Schlichtheit bekannt ist. Sie verkörpert den Boho- und Retro-Look perfekt. Durch die runde Form eignet sie sich besonders gut für eckige oder ovale Gesichter.

Themen Best of Fashion Brillen Markencheck Sonnenschutz
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