23. August 2024, 6:01 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Ein Tattoo ist automatisch mit Schmerzen verbunden. Bei dem Prozess werden der Haut schließlich Wunden zugefügt, sodass die Farbe tief genug sitzt und so lange wie möglich schön aussieht. Dass sich vorwiegend männliche Kunden schwer damit tun, diesen Prozess auszusitzen, hat Tätowiererin Doriane Meyer STYLEBOOK erzählt. Außerdem verrät sie ihre besten Tipps, damit die Erfahrung so einwandfrei wie möglich abläuft.
Die 26-jährige Künstlerin tätowiert seit einigen Jahren in Brüssel. Ihr Klientel ist dabei ziemlich divers: Heißt, ihre Tattoo-Nadel hat sie bereits an einer Bandbreite von Menschen angesetzt. Dabei ist ihr aufgefallen, dass es einen Unterschied in der Wahrnehmung von Schmerz gibt. Und auch in der Art, sich Gehör zu verschaffen …
Übersicht
Tattoo-Schmerzen – für viele ein Grund für den Verzicht
In einer Statista-Umfrage des Jahres 2017 gaben ganze 34 Prozent der (noch) nicht tätowierten Befragten an, dass sie aufgrund von Angst vor den Schmerzen kein Tattoo haben. Davon waren 22 Prozent weiblich, zwölf Prozent männlich. Im Gespräch mit der ursprünglich aus Frankreich stammenden Tätowiererin Doriane Meyer fällt auf, dass Eigenaussage und Realität nicht übereinstimmen müssen – die 26-Jährige nimmt nämlich vorrangig ihre männlichen Kunden als ängstlicher wahr.
„Frauen sind ruhiger und jammern weniger“, erklärt Doriane Meyer. Der Schmerz sei jedoch für alle derselbe: „Männer zeigen ihn bloß mehr und sind dramatischer.“ Die ihren Angaben nach „schlimmste Dramaqueen“ sei eine männliche Person gewesen, die während der Sitzung Mama anrufen wollte. „An einem Punkt habe ich darüber nachgedacht, nur noch Frauen zu akzeptieren, weil ich sehr genervt war“, so die Tätowiererin.
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»Irgendwo gibt es ein unvollendetes Tattoo von mir
Weil sich ein Kunde wegen zu großen Schmerzen beklagt hat, musste Doriane Meyer eine Sitzung, die eigentlich drei Stunden dauern sollte, nach 45 Minuten abbrechen. Danach habe er sich nie wieder gemeldet: „Also gibt es vielleicht irgendwo ein unvollendetes Tattoo von mir“, schmunzelt Meyer.
Dass jemand während des Stechens ohnmächtig wurde, habe sie auch erlebt. Nach einem Stück Würfelzucker sei jedoch alles wieder gut gewesen. Im Übrigen: auch ein Mann. In Bezug auf die Statistik vom Anfang fällt auf, wie die Erzählungen der Tätowiererin und die eigene Bewertung der Angst auseinandergehen.
Wer ein Intimwaxing aushält, ist allem gewappnet
Doriane Meyer unterteilt ihre Klienten in zwei Teams: diejenigen, die keine Tattoos im Knochenbereich aushalten und andere, die besonders im Fettbereich anfällig für Schmerzen sind. Dies sei ganz individuell. Sie persönliche empfinde besonders Tattoos auf mit Fett gepolsterten Körperregionen als nervig.
Gleichzeitig macht Meyer klar: „Wenn du deine Periode hast, ist das schmerzhafter“, und schiebt noch einen weiteren Vergleich hinterher. „Eine meiner besten Freundinnen sagt immer, wenn du deine Vagina waxen lassen kannst, erträgst du jedes Tattoo.“
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So können Sie Tattoo-Schmerzen minimieren
Als Tipp für den Tag, an dem Sie sich ein Tattoo anfertigen und stechen lassen, empfiehlt die Künstlerin gut ausgeschlafen zu sein, genug vorher gegessen zu haben und mit guter Laune zum Termin zu gehen. Es sei einfach wichtig, einen Tätowierer zu finden, bei dem Sie sich wohlfühlen und auf Ihre Wünsche eingegangen wird.